Walk-in Wardrobe: Wenn die Ankleide zur privaten Boutique wird
Ein begehbarer Kleiderschrank ist mehr als Stauraum – er ist Bühne. In diesem Projekt haben wir unter einer Dachschräge eine private Ankleide geschaffen, in der jedes Kleidungsstück, jede Uhr und jede Handtasche so präsentiert wird wie in einem Maison der Bond Street: mit Licht, Glas und der ruhigen Tiefe von Nussbaum.
Die Vision: Die eigene Garderobe als Galerie
Die Aufgabe war anspruchsvoll: ein vollständiger Walk-in Wardrobe unter geneigten Dachschrägen, der zwei Stilwelten vereinen sollte. Auf der einen Seite Vitrinen mit Glasfronten und filigranen Schwarzstahlrahmen für die kuratierte Sammlung. Auf der anderen offene Regale und Schubladen für den Alltag. Verbunden durch eine zentrale Insel mit Uhrenmodul – das ruhige Zentrum der Komposition.
Statt die Schräge zu kaschieren, haben wir sie zum Gestaltungsprinzip erhoben. Die Möbel folgen der Architektur millimetergenau, integrierte LED-Lichtbänder zeichnen die Geometrie nach. Das Ergebnis: ein Raum, der nicht wie eine Ankleide wirkt, sondern wie ein privates Museum.
Handwerkliche Highlights dieses Projekts:
- Die Insel als Herzstück: Im Zentrum steht eine freistehende Kommode mit Glasdeckel und herausziehbarem Uhrenmodul. Jede Uhr liegt in einem eigenen, samtweich gefütterten Fach, sichtbar durch die Glasplatte, geschützt vor Staub. Darunter liefern grifflose Vollauszüge Stauraum für Wäsche und Accessoires.
- Vitrinen mit Atelier-Anmutung: Die Hochschränke mit Glasfronten und Schwarzstahlrahmen erinnern an Schaufenster eines Concept Stores. Vertikale LED-Profile in den Türrahmen setzen Kleidung, Schuhe und Taschen ohne Schattenkanten in Szene – wie professionelle Produktbeleuchtung im Einzelhandel.
- Maßarbeit unter der Dachschräge: Die niedrigen Bereiche nutzen wir konsequent: offene Schuhregale mit indirekter Beleuchtung folgen exakt dem Dachverlauf. Kein Zentimeter geht verloren, kein Möbel wirkt gequetscht. Bodentiefe Spiegel zonieren den Raum und schaffen optische Weite.
- Nussbaum mit Tiefenwirkung: Die durchgehende Furnierwahl in dunklem Nussbaum mit lebendiger, längsgeführter Maserung gibt dem Raum Ruhe. Die Bücherfaltung der Furniere sorgt für spiegelsymmetrische Verläufe – ein Detail, das man nicht sofort bemerkt, das aber den Unterschied zwischen Schreinerei und Manufaktur ausmacht.
- Lichtdesign als zweite Architektur: Drei Lichtebenen arbeiten zusammen: Spots in den Deckenausschnitten für die Allgemeinbeleuchtung, vertikale LED-Profile in den Vitrinen für die Inszenierung, und warme Unterbau-LEDs an den offenen Regalen für die abendliche Atmosphäre. Alle Lichtquellen sind dimmbar und farbtemperaturstabil.
- Grifflose Konsequenz: Schubladen und Schranktüren öffnen über Push-to-Open-Mechanik oder schlanke Schwarzstahlgriffe. Keine sichtbaren Beschläge stören die ruhige Flächenwirkung – mit Ausnahme der bewusst gezeigten Glas-Scharniere, die an Vitrinenbau aus dem Museumskontext erinnern.